allgemeine Infos

276 Dörfer sind bedroht

Einer der längsten Flüsse Indiens ist der Godavari. Er entspringt in der Nähe von Bombay und mündet nachdem er 1450 durch ganz verschiedene Landschaften geflossen ist, bei Rajamundry ins Meer. Vorher jedoch gräbt er sich, ca. 150 km vom Meer entfernt und etwa auf halber Strecke zwischen dem Dorf Kunavaram und der Kleinstadt Polavaram ein tiefes Bett zwischen enge Berge.

In den Seitentälern und am Steilufer des Flusses leben in dieser Region vor allem Menschen vom Stamm der Koyas. Sie sind Adivasis, Nachkommen der Ureinwohner Indiens.

Ohnehin ist ihre Geschichte die einer immer weitergehenden Verdrängung und Diskriminierung. Deshalb hat der Staat ihnen nun besondere Rechte und den Schutz ihres Landes gesetzlich gesichert. Auf dem Papier. Jetzt sollen sie wieder zu den Verlierern der s.g. Entwicklung des Landes werden. Wenn es nach der Regierung des Bundesstaates Andhra Pradesh geht, sollen mindestens 276 Dörfer in denen über 170.000 Menschen leben, sollen im Stausee des Polavaram-Projektes untergehen. Aktualisierte Zahlen (aus 2017) belegen, dass sogar über 300.000 Menschen in 338 Dörfern betroffen sind.

Zwar laufen diverse Gerichtsverfahren gegen den Bau des Staudamms, Nachbarstaaten von Andhra Pradesh erheben Einspruch und die Adivasis wehren sich - dennoch geht die Regierung unbeeindruckt voran ... 

 

Hintergründe und Infos

Hier finden Sie eine PDF-Datei, auf der Sie weitere Informationen und Hintergründe zum "Polavaram-Projekt" finden. Sie können sich auch bei Wikipedia informieren.

Adivasis müssen weichen

Durch Raubbau des Waldes, Ausbeutung und Benachteiligung sind die Adivasis, Indiens Ureinwohner, jahrzehntelang unterdrückt worden. Ihr Lebensraum wurde großenteils vernichtet. Nur wenige Zufluchtsgebiete sind ihnen in Indiens abgelegenen Gebirgsregionen geblieben. Das Gebiet entlang der Godavari gehörte bisher dazu. Nun aber sind wieder vor allem Adivasi von der Vertreibung betroffen. Noch ist der Damm nicht gebaut - aber die Kanäle und eine riesige Wasserleitung sind weitgehend fertiggestellt. Trotz großen Widerstandes ist zu befürchten, dass die Koya-Tribels dieser Region ihre Heimat verlieren.

Informieren Sie sich auch über diesen Link: www.adivasi-koordination.de/