Kirchenleitung / aktuelle EntwicklungenHier lesen Sie die aktuellen Entwicklungen im laufenden Jahr. Die Infos und Fotos der Vorjahre können Sie aufrufen, wenn Sie die jeweilige Jahreszahl anklicken:2005 2006 2007 2008 2009Juli 2010: Besuche in Deutschland, TfT-Recherche, Kukunuru Hostel ... und Unruhe im "Lager Paul Raj"Durch Telefon und E-Mail ist der Kontakt zu unseren Partnern inzwischen sehr intensiv und die Kommunikation kann nach Bedarf intensiv geführt werden. So sind wir über Entwicklungen in Indien gut auf dem Laufenden. Die Gruppe der "Good Samaritan", die sich damals wieder auf die Seite von Paul Raj geschlagen hat, sieht sich nun von ihrem "Aiagaaru" (ehrenwerter Meister) im Stich gelassen. Offenbar bekommen die über 20 Pastoren keine Gehälter mehr. Sie haben sich deshalb an eine Menschenrechtsorganisation in Hyderabad gewandt - und diese haben auch in Bhadrachalam zu recherchieren begonnen. Involviert ist auch der Sohn von Paul Raj, der das Engeneering College mit leitet. Die Zusage war offenbar, dass Einnahmen aus dem College in die Kirche fließen. Dies scheint nicht der Fall zu sein und so ringen nun die Pastoren zusammen mit dem Sohn Paul Rajs auf ihrer Seite gegen den Kirchengründer und seinen Finanzmann K.Abraham. Es geht offenbar "zur Sache", denn Demos und Anzeigen haben bereits dazu geführt, dass das Kirchenbüro in Bhadrachalam von Steuerfahndern besucht wurde. Wie der Konflikt ausgeht, ist völlig offen. Das Kinderheim in Kukunuru, von der "Samaritan" geführt, wurde nun auf Druck von Kirchengemeinde, Eltern und Politikern der Region an unsere Partner, die "Shepard" übergeben. Dieses große Gelände und geräumige Gebäude war früher das Prunkstück der GSELC. 130 Kinder wurden dort untergebracht und unterrichtet. Dann hatten Paul Raj und K.Abraham das Hostel übernommen und wir, also die "Shepard" mussten ein Gebäude anmieten. Es gab in den letzten Monaten viel Unruhe in Kukunuru. Nun aber sind Kinderheim, Kirche und sogar die Schule sozusagen "frei". Pauls Gruppe zahlt keine Gehälter mehr und hat sich zurückgezogen. Wir haben auf Bitte unserer Partner zugestimmt, das Hostel zunächst zu übernehmen. Dazu sind diverse Reperaturen erforderlich, wir sparen jedoch die Miete und können vor allem qualitativ bessere Räume anbieten. Die Schule werden wir wohl nicht finanzieren, da es vor Ort genug andere Schulen gibt und auch die Rechtslage völlig unklar ist. Recherche Teachers for Tribals. Durch die mit dem MZ Hanstedt verbundene "Shalom-Foundation" und vor allem deren Leiter Jayapaul, wurde eine Recherche in den Kinderheimen durchgeführt. Drei sehr erfahrene Experten haben die Projekte besucht, Interviews geführt und deren Umfeld wahrgenommen. Ein sehr aufschlussreicher Bericht darüber liegt uns nun vor und wird sowohl im AK Weltmission als auch in der GSELC diskutiert. Darin enthalten sind außer der Analyse des Ist-Zustandes vor allem auch Anregungen für die Weiterarbeit mit dem Projekt in der Zukunft. Durch Veränderung der gesellschafts-politischen Lage, der Bildungssituation, der Infrastruktur usw. wird eine Überarbeitung des Teachers for Tribal - Projektes erforderlich. Diese wird noch Zeit brauchen, dann jedoch irgendwann zu deutlichen Verbesserungen des Projektes führen. Wir werden Sie natürlich weiter informieren.
Die Besuchsgruppe aus der GSELC kommt leider nur teilweise. Heute in der Luft sind Präsidentin Esther Rani und G.Paul ja, der Fizepräsident. Sie werden an der Tagung des Luth.Weltbundes in Stuttgart und einer anschließenden Auswertung des ELM teilnehmen. Am 29.7. kommen sie in den AK Weltmission und werden dann bis zum 9.8. durch Gemeinden reisen. Letzteres sollten auch drei weitere Besucher. Leider haben sie auch beim zweiten Versuch ihr Visum für Deutschland nicht bekommen. Das zuständige Konsulat in Chennai fährt offenbar einen sehr strengen Kurs, was die Visaerteilung angeht. Für uns völlig unverständlich werden auch jene Besucher abgelehnt, für die wir uns als Person und Organisation verbürgen, für die wir gute Gründe des Besuches angeben und die in ihrer Heimat fest verwurzelt sind. Nur, diese Leute sind arm - und die Verantwortlichen scheinen im Irrglauben zu leben, dass wer arm ist, der will grundsätzlich dorthin, wo die Reichen leben... 15. - 20. Januar 2010: Convention (Synode) und MitarbeitertreffenDie diesjährige Synode der GSELC stand ganz unter der Fragestellung von Kirchenstruktur und Schritte zur finanziellen Selbstständigkeit. Mitglieder des s.g. "Convention" sind 5 Delegierte je Gemeinde (nach der Reform gibt es nunmehr 10 Gemeindezentren, also kamen 50 Delegierte aus den Kirchenvorständen, der Jugend- und der Frauenarbeit zusammen) plus die Kirchenleitung und die ordinierten Pastoren. Im Beisein von E.Krause und H.Brünjes wurden wichtige Themen diskutiert: Abgabe von Kollekten an die Zentrale, Bezahlung der Gehälter, Anhebung des Gemeindeeinkommens, Ruhestand und Versicherung von Mitarbeitern und vieles mehr. Die Präsidentin Esther Rani, der Generalsekretär N.Daniel, der Buchhalter SaiBaba und der Kassenwart Mark legten ihre Berichte vor, vieles davon auch schriftlich. Sehr erfreulich wurde vermerkt, dass 2009 viele Taufen durchgeführt wurden und die Zahl der Gottesdienstbesucher in vielen Gemeinden steigt. Erfreulich ist auch, dass durch die Mithilfe von Hans Mittmann endlich eine gute Buchhaltung mit entsprechender Belegführung gewährleistet ist. Im Anschluss an die Synode diskutierte die gesamte Mitarbeiterschaft über Wege zur finanziellen Selbstständigkeit in Bezug auf die Gehälter. Diese wird ohne einschneidende Veränderungen nicht erreicht werden können. Wer nähere Informationen zum Convention und der finanziellen Situation der Kirche möchte, wende sich bitte an Eckard Krause, Hermann Brünjes oder Hans Mittmann.
11. - 14. Januar 2010 Reisesplitter...Außer die Teilnahme bei den Veranstaltungen standen für H.Brünjes und E.Krause noch diverse andere Themen auf dem Reiseplan. Besonders beeindruckend war ein Besuch bei Paul Raj, dem Gründer der GSELC. Am 14.1. haben sie ihn ganz privat besucht und sind ihm erstmals nach vielen Jahren wieder persönlich begegnet. Die Begegnung geschah ohne Vorwürfe, Anklagen und Schuldzuweisungen und endete mit Gebet für Paul Raj. Der ist nicht nur alt geworden, sondern auch sehr krank. Er lag mehrere Wochen im Krankenhaus. Leber und Nieren sind angegriffen und vieles mehr. Es war erschütternd, diesen einst so agilen Mann jetzt hilflos und kraftlos zu sehen. Paul Raj rechnet selbst damit, nicht mehr lange zu leben. Er wünscht angeblich die Einheit der Kirche, kann entweder jedoch nichts mehr dafür tun oder will es doch nicht wirklich. Was auch er genau weiß: Viele der Grundstücke und Gebäude, die eigentlich der Kirche gehören, sind jetzt in den Händen nur einer Gruppe bzw. weniger Personen. Und die werden und wollen sie nicht wieder hergeben.
Anfang Januar ist das Hostel in Koyda niedergebrannt. H. Brünjes besuchte die Kinder und traf die Eltern und Verantwortlichen. Der Hostelbetrieb ist trotz Einschränkungen bis zu den Sommerferien (April) gewährleistet. Die 32 Kinder wohnen in der Kirche und in Privathäusern und werden vom Warden betreut. Da auch all ihr privater Besitz verbrannt war, bekamen sie erst einmal neue Kleidung, Bücher usw. Da das Gebäude nun innerhalb von kurzer Zeit zweimal in Flammen aufgegangen ist und viele auch Brandstiftung vermuten, möchten die Eltern es gerne mit einem feuerfesten Blechdach wieder aufbauen. Sie engagieren sich dabei sehr, wollen nur das Material gestellt bekommen, alle Arbeit jedoch selbst machen. Der AK Weltmission und die Partnergemeinde Kirchtimke will dieses große Engagement unterstützen und das Heim wieder aufbauen. In Kirchtimke werden u.a. die Einnahmen einer Second Hand - Aktion im Februar für diesen Aufbau eingesetzt.
Das Projekt Teachers for Tribals ist inzwischen im Umbruch. Es werden auf mehreren Ebenen diverse Neuerungen und Veränderungen diskutiert. Inzwischen gibt es überall Dorfschulen. Auch die Regierung hat viele Hostel für Stammeskinder begonnen. Es wird noch etwas dauern, bis GSELC und FMD (auch mit Hilfe der Shalom-Foundation / Jayapaul) den genauen Bedarf und die optimalen Hilfskonzepte der Kirche beschreiben können - klar ist jedoch, dass sich in den nächsten Jahren manches verändern wird. Sicher dabei ist, dass die Kirche weiterhin Zeichen im Bereich der Bildung von jungen Leuten setzen muss und wird. Der Bedarf ist nach wie vor riesig. Zudem wird die Kirche nicht die Möglichkeit aufgeben, über die frühen Impulse von Bibel und christlichem Glauben die Kinder und deren Familien zu erreichen. Gerade in der regen Jugendarbeit der GSELC wird deutlich, dass die bisherige Bildungsarbeit auch für die Verbreitung des Glaubens viel bewirkt hat. Der FMD wird also in Zukunft eher stärker denn geringer gefordert, was die Projekte in der Partnerkirche angeht. Die politische Lage in der Region unserer Partnerkirche ist brisant. Sehr intensiv wird in ganz Andhra Pradesh zur Zeit die Gründung eines neuen Staates diskutiert: Telangana. Diese Diskussion geschieht nicht nur parlamentarisch, sondern auch auf der Straße durch Demos, Streicks usw. Das bringt Gewalt und Polizeipräsenz mit sich. Zum anderen ist die Frage des Polavaram-Projektes nicht abgeschlossen. Zwar glaubt niemand (auch Vertreter von NGOs nicht) mehr so recht an die Umsetzung des Projektes, es hat bisher jedoch dermaßen große Summen verschlungen, dass ein Aufhören ebenfalls kaum denkbar ist. Die Kanäle sind weiter im Bau. Zwischen der Krishna und der Godavari gibt es zwar immer noch Lücken - der 80 m breite Kanal zieht sich jedoch aus der Luft gut sichtbar konsequent durch die Landschaft und prägt ihr Bild.
Sehr schöne Begegnungen gibt es weiterhin auf der Ebene von Gemeindeversammlungen wie Gottesdiensten und Gebetstreffen, aber auch bei Hausbesuchen. Das geistliche Leben der Kirche gestaltet sich vor allem hier: intensives Gebet, persönliche Segnungen mit vielen Heilungserfahrungen, konzentriertes und von Trommeln und Klatschen begleitetes Singen, Zeugnisse von Gemeindegliedern im Gottesdienst, Dankopfer und ansehnliche Kollekten trotz großer Armut, Gastfreundschaft.... Wer sich nur auf der Ebene der Administration dieser Kirche nähert und mit ihren sozialen und strukturellen Herausforderungen befasst ist, wird dies weniger wahrnehmen. Wer jedoch die Gemeinden vor Ort besucht und mit den Leuten zusammen singt und betet, spürt bereits bei den ersten Begegnungen jenen Geist, der diese Kirche von Beginn an auszeichnet. Dieser Geist weht weiterhin! Infos: Hermann Brünjes
8. - 10. Januar 2010: JugendfestivalZwar kamen nur 450 von den 600 erwarteten Jugendlichen, dennoch wurde das Festival in Vasanthavada zu einem großen Erfolg. Die Predigten von Gloria (Studentin der GSELC im ACTC, Hyderabad), Jugendleiter Jayapaul, der Lehrerin Corinna, der Bibelfrau Mariama und von Hermann Brünjes stießen auf große Resonanz und wurden im Feed-Back begeistert rezitiert. Musik, Gruppengespräche (leider noch zu wenige!), Volleyball, Spaziergänge in der Freizeit, gemeinsame Mahlzeiten aus der Camp-Küche ... irgendwie erinnerte alles sehr an das Pfingstcamp des FMD. Höhepunkte des Tages war dann für viele das "Kulturprogramm" am Abend. Sketsche, Tänze, Lieder und viel Spaß bei einer Mischung aus Talentshow und Buntem Abend ammüsierten die Jugendlichen. "Sowas sollte es jedes Jahr geben!" war der Wunsch vieler. - Die Veranstalter dagegen wollen in den nächsten Jahren lieber den Akzent auf die Mitarbeitergewinnung und Schulung legen. Es sind zur Zeit vielleicht 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die die Jugendarbeit der Kirche voran bringen. Es sollen mehr werden und die bereits Altiven sollen noch intensiver begleitet und motiviert werden.
|
|
|
|