Jugendmeeting GSELC 10.-12.1.2009Die GSELC hat wieder ein Jugendtreffen veranstaltet. Hier ein Bericht von Hermann Brünjes, der mitgemacht hat:
Ebenfalls interessant ist, dass die Gemeinden keine Vorgaben über die Zahl und Zusammensetzung der Delegierten Gruppe hatte. Das Verhältnis Mann und Frau ist fast 1:1. Im Gottesdienst mit Gemeinde ist es dann 1::2. Normal ist heute 1:3. Vielleicht verändert sich das langsam und mehr Männer wachsen nach... Auf meine Bitte wurde ein Arzt eingeladen, der die Jugendlichen über Aids aufklärt. A.P. hat die höchste HIV-Verbreitung Indiens und ist extrem bedroht. Leider kam der Arzt nicht. Esther Rani kann wegen Heiserkeit und Erkältung erst ab dem Abend teilnehmen, ist dann aber immer dabei. 15 der jüngeren Pastoren müssen das Dach für den Churchday errichten. Es kommen jedoch einige wardens. Nur 2-3 der älteren Pastoren sind da, außerdem einige Evangelisten. Weitere sehr interessante Details siehe Extra-Bericht. Programm Motto ist aus 1.Tim.4,12 („Es soll niemand auf Dich hinabsehen, weil du jung bist. So sein ein Beispiel den Gläubigen in Worten, Leben, Liebe, Glauben...“) 10.1. Samstag
2. Meeting: N. Daniel legt das Motto aus, wird dabei sehr moralisch, wie mir scheint, kommt aber gut an. (16.30 17.00) Ich erkläre, dass Gott sich durch Liebe mitteilt und Liebe etwas persönliches ist. Also: Sharing. Vorher weise ich darauf hin, dass Plastik nicht verwest... Die Jugendlichen starten eine Müllaktionen. 3. Meeting: Gesprächs- und Zeugnisgruppen an nummerierten Kokospalmen werden gebildet. Je 8-10 Jugendliche bilden eine Gesprächsgruppe. Da es nicht gut organisiert ist, läuft es etwas chaotisch an. Dann aber ist es richtig intensiv und die Gruppen werden zu einem der prägenden Erlebnisse für Viele (17.15 18.00). 4. Kulturprogramm (18.45 20.00 Uhr): Diverse Gruppen führen Tänze und Musikstücke vor. Waren es vor 15-10 Jahren noch ein Wettstreit zwischen Tradition (Tribaltänze) und Moderne, so sind es jetzt nur moderne Tänze. Einige sind dabei, die echt toll und mitreißend sind. Es sind alles moderne christliche Texte. Die Gruppen haben sich vorher angemeldet und treten nun im Wettstreit auf. Daniel macht mit einem jungen Mann ein lustiges Interview. Die erste Sängerin hat ein sehr selbstbewusstes Auftreten. Sie feuert die unter einem Baldachin vor der Kirche sitzenden ca. 300 Jugendlichen zum Halleluja an: „Ihr seid doch jung! Da muss mehr Power rein!“ Klasse! Das „seek the lost“ hat offenbar gegriffen. Der Slogan wird jedenfalls häufig wiederholt. Das Ambiente ist toll: Unter rotem Baldachin vor der Kirche, unter Kokospalmen, Musik, Tanz, viele junge Leute, bunte Saris, viel Lachen Es kommen immer noch Leute an, auch Shiva usw. aus GKPadu und am späten Abend noch fast 20 mit Jayapaul aus Nandipadu. „Junger Pastor, junge Leute!“ bemerkt Esther Rani dazu. Jayapaul ist sehr beliebt bei den Jugendlichen. 11.1. Sonntag 5. Meeting Mk.2: Wie werden Menschen erreicht? Esther eröffnet. Liedvorträge. Ich predige in 5 Punkten. Kommt gut an, allerdings sind einige Jugendliche etwas müde. Kein Wunder. (9:30 10.30) 6. Gesprächsgruppen (in Hans Garden): Wen wollen wir zu Jesus einladen? Und wie geht das? (10.30 11.30)
Gottesdienst mit Gemeinde Vinnaykapuram. (11.30 13.30) Die Kirche ist total voll. Auf dem Fußboden sitzen doch mehr als auf Stühlen. So 300-350 Leute schätze ich, also 50-100 Gemeindeglieder. War bisher das Verhältnis Jungen/Mädchen ausgewogen, so ist es nun 1:2. Esther ist ca. 30 der Anwesenden nicht bekannt. Sie stellt sich und auch uns vor und erzählt von der GSELC. Daniel leitet den GoDi, der gemäß Liturgie abläuft. Esther zelebriert das Thanksgiving. Ich predige über die Jahreslosung und scheine gut rüber zu kommen mit Saibaba als Übersetzer. Esther behält die Gemeinde in der Kirche und gibt Infos über Notwendigkeit, das Einkommen zu steigern. Sie appelliert, den Zehnten zu geben. 7. Meeting mit N.Daniel. (15.00-16.00 ) Es geht um Aktivitäten in den Gemeinden. Der Doktor ist nicht da. N.Daniel macht das Programm. Ich halte mich raus, auch wenn K.Daniel mich bittet. 8. Meeting: Zeugnisse. (16.30 18.00)
- Jg. Mann: Hat Kinderlähmung, Hindugottheiten haben nicht geholfen; mutlos lag er auf dem Bett ohne sich jemals zu bewegen; Pastor kommt, betet; so zur Kirche gekommen; nun geht er mit Krücken; Taufe; 10.Klasse; Job bei Government. - Jg. Frau bekommt Kind, muss operiert werden in Schwangerschaft; ist lebensgefährlich; lässt beten; bekommt Jungen; der Junge ist krank; durch Gebet wieder gesund; Ehemann nun auch Christ - Jg. Mann ist Hindu; hört von Bonbons zu Weihnachten bei Christen; will sich welche holen; hört Predigten; geht wieder hin; Eltern dagegen; er: gehe doch nur wegen Bonbons; jetzt Christ und guten Schulabschluss. - Mädchen ist Tribal, Mutter krank, Gebet durch Pastor, Mädchen Christin - Ehemaliger Bibelschüler gab in Jugendmeeting Zeugnis, dass er Studium machen wollte, hatte keine finanzielle Unterstützung für Studium bekommen, hat Collegedirektor aufgesucht. Der wollte sofort Geld. Familie jedoch total arm. Gebet für Geld innerhalb 24 Stunden. Er ging dann aber doch ohne Geld am nächsten Tag hin. Direktor war plötzlich einverstanden, dass er kommt und später von Gehalt abzahlt. Inzwischen ist er in Ausbildung. - Jg. Frau: Ehemals Hostel Yedavalli, dort Jesus kennen gelernt, Familie davon erzählt, Krankheit geheilt, jetzt auch Mutter Christin. - Junge ist immer mit Bus gefahren und hat Kirche gesehen. Letztes Jahr saß er vor dieser Kirche weil seine Freunde dazu gehörten, saß nur draußen. Dies 1.Meeting, in Zukunft werde ich immer kommen und an Jesus glauben. Bemerkenswert ist, wie offen und ohne Scheu die jungen Leute vor den anderen stehen und reden. Als der Strom ausfällt, wird erst mal ReRela getanzt. Sie können es noch! Und sind begeistert dabei. 9. Kulturprogramm: Jetzt gibt es viele Stammestänze in diversen Varianten. Auch der Sticktanz ist dabei, eine wahre Kunst! Es kommen auch Leute von Außen dazu. Zwei Mädchen haben mir vorhin erzählt, dass sie meinen Rat befolgt haben und mit Blumen zu den Nachbarn gegangen sind. Der barmherzige Samariter wird als Anspiel aufgeführt, incl. Esel. Es gibt Sketsche, Liedvorträge, Karaoke mit Bollywood-Tanz, Tänze aller Art. Jede Gemeinde hat etwas vorbereitet. Einige kommen nicht dran, denn es ist 21.15 und damit Schluss. Montag, 12.1.
10. Meeting (9.30-10.00) mit Gruß von Esther Rani, die sich verabschiedet. Unter Tränen sagt sie, dass die Jugend hier ihr viel Hoffnung gibt für die Zukunft der Kirche und ihre Leiterschaft. Die Stimmung ist wie auch gestern überaus fröhlich mit ausgelassenem Tanz und Gesang, angeheizt durch N.Daniel und Jayapaul. (10-11.00) Ich erzähle den Jugendlichen von ihrer Präsidentin und deren Geschichte. Esther als Vorbild ist eine gute Wahl! Dabei gebe ich Abriss der Kirchengeschichte. P. Amos der ehemalige Präsident ist gekommen, er sitzt hinten. Ich hole ihn nach vorne. Fordere die Jugend auf, ihre Kirche demokratisch mit zu gestalten. Dann gebe ich anhand Lk.5,1-11 mein eigenes „Zeugnis“. Es gelingt sehr gut, die Jugendlichen zu fesseln, wenn ein paar auch stören. Ich meine, nun, am 3. Tag, sind sie müde. Daniel meint nachher, das seien Jungs, die nur über Mädchen reden.
- Ravi (Manuvai) ist das erste mal hier. Er ist Künstler und hat aus dem Kopf tolle Bilder auf Steroporteller gemalt. Ist vor 6 Monaten zum Glauben gekommen weil er einen Künstler kennengelernt hat, der religiöse Bilder malt. Hat dann selbst Fotos von Jesus abgemalt. Eine Frau ist durch eine Kreuzigungsszene von ihm zum Glauben gekommen. Darauf hin hat er selbst sich vom Pastor erklären lassen, was das bedeutet und hat Christus für sich angenommen. - Junge: Alle aus unserer Gruppe kommen aus winzigen Dörfern. Hier auf der Konferenz haben wir Freunde gefunden und gemerkt, wie fröhlich der gemeinsame Glaube sein kann. - Junge: Die Predigten waren sehr spannend, da ich die selben Gefühle hatte wie die von denen Hermann erzählt hat. Ich war zwar Christ, habe aber keine christlichen Regeln verfolgt, sondern getrunken usw. Dann habe ich an der Straße einen Pastor predigen hören und neu angefangen. - Ein Junge sollte nicht hierher fahren, da er manchmal mental abwesend ist. Er hat gebetet, dass Mutter ihn doch lässt. In letzter Minute hat sie ihm erlaubt zu fahren und ihn in Jesu Hand gegeben. Seit seiner Ankunft hat er keine mentalen Probleme gehabt. - Ranga, Kavadigundla: Meine Gruppe kam mit leeren Händen und Köpfen. Wir gehen mit vielen Ideen und hoher Motivation, sie in der Gemeinde umzusetzen. - Mädchen: Mich hat das erste Meeting mit „seek the lost“ besonders angesprochen. Ich werde zuerst mit Familienmitgliedern beginnen, die auch nicht mehr zur Kirche gehen. Dann lade ich andere ein.
- Jg. Mann: Bei uns ist das Thema immer wieder Sex. Liebe spielt dabei keine Rolle. Ich glaube, dass es anders sein muss und will damit anders umgehen. - Medizinstudent Anataram: Komme erst heute von Studium aus Khammam. Habe immer gebetet, dass diese Konferenz richtig gut wird. Gebet wurde erhört! Ich bin der erste Medizinstudent aus der GSELC (Gov. Stipendium für Tribals). Wenn ich fertig bin, will ich den Menschen dienen. Das ist die Aufgabe von uns Christen. - Mehrfach wird von Heilungen erzählt, auch ganz aktuelle Berichte sind dabei... die geistliche Power geht weiter, für mich war dies die schönste Erkenntnis neben all dem anderen Zukunftsaussichten, die diese Jugendlichen der Kirche geben. Einige der Jugendlichen scheinen richtig gut zu predigen. Als ich N.Daniel sage, Prediger gäbe es genug, sie bräuchten Buchhalter, Sozialarbeiter, Lehrer, Betreuer, Handwerker usw., da antwortet er: „Stimmt, aber das wollen die alle nicht werden. „Die Jungs wollen alle predigen.“
12. Abschlussmeeting: (13-14.00) K.Daniel, der Ortspastor, beginnt nach Liedern mit einer weiteren Auslegung des Mottos 1.Tim.4,12. Er kommt gut bei den Jugendlichen an. Die Sieger des Kulturprogrammes werden geehrt: Bester Schauspieler, bester Sänger, beste Gruppe, beste Tänzer. Geldpreise o.ä. gibt es nicht, dafür kräftigen Beifall. (Dies hat sich zum Guten gewandelt. Ob der Verschwendung gewehrt wird?)
Wie schön! Den 1. Preis als „bester Teilnehmer“ bekommt Marco, der Behinderte und lang anhaltenden Beifall. Von den Mädchen werden drei ernannt, die viel Stimmung gemacht haben, toll getanzt und vor allem meinem Aufruf, die Plastikbecher aufzusammeln, besonders engagiert gefolgt sind. Auch haben sie Esther Rani hinausgeleitet und ihr Gepäck getragen. Alle bekommen irgendwie Beifall. Fast alle sind Preisträger, die Pastoren werden nach vorne gerufen, die Wardens, der Jugendpastor Israel, der das Ganze gut geleitet hat und am Schluss auch ich. Gebet, Vaterunser, Segen und... Shake hands wie wir es in Hanstedt machen. Die Kette zieht sich im Kreis über das halbe Gelände. Am Schluss stehen alle im großen Kreis, fassen sich an den Händen und rufen: Halleluja! Fazit: Ziele erreicht! Glauben geweckt und gestärkt. Identifikation mit Kirche. Gruppengefühl und Zusammenhalt geschaffen. Zur Mitarbeit und zum Zeugnis motiviert. Spaß und Freude gemacht. Inhalte und Theologie vermittelt. Defizit noch: Zusammenarbeit mit Referenten von außen. Doktor kam nicht.
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