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Churchday / Kirchentag GSELC 16. Januar 2009

Die GSELC hat ihren ersten Kirchentag erlebt. Hier ein kleiner Bericht von Hermann Brünjes, der dabei war:

Direkt vor der Polizeistation Yelerupadu ist ein riesiges Schattendach aufgebaut, zur Straße mit Säcken abgehängt. Drei Polizisten, zwei davon mit Gewehren, bewachen die Veranstaltung und begrüßen uns freundlich. Mit der Bischöfin vorweg marschieren wir durch die Menge. Viele Hände strecken sich uns entgegen. Ca. 2.000 Gemeindeglieder mögen auf alten Säcken sitzen, es kommen immer mehr. Irgendwann sind es ca. 4.000 Menschen (5.000 sagt Veranstalter, davon 1.500 aus den Norden des Flusses), eine wirklich eindrucksvolle Versammlung. Angereist sind sie mit Traktoren, LKW, Kleintransporter, Bus, Zweirädern, Autos...

Der Fizepräsident G.Paul Raj leitet die Versammlung. Esther eröffnet sie und drückt ihre Freude darüber aus, dass so viele hier sind.

Singen. Schriftlesung.

Eckard Krause grüßt von allen im FMD und den luth. Kirchen. Er macht deutlich, dass diese GSELC von allen luth. Kirchen anerkannt ist und Esther Rani gerade in Hermannsburg war, zusammen mit allen anderen Partnerkirchen.

Er predigt über Joshua: Auszug von Sklavenhalter; durchs Rote Meer, wo die Heere des Pharao umkommen, weil Gott sein Volk schützt; Durchzug durch die Wüste; Sehnsucht nach Fleischtöpfen Ägyptens und Versorgung des Sklavenhalters, keine Verantwortung übernehmen wollen; Landtag zu Sichem mit Entscheidungsfrage: wollt ihr Gott dienen oder den Göttern? Frage an Publikum, fast alle heben Arm und sagen nach Besinnungszeit „Ja“; Konsequenz ist, dass Götter verlassen. Ich achte Hindus und ihre Religion. Aber Christen sollen keine Götter anbeten.

Nervös kommt Israel und flüstert Philip dem Übersetzer was zu. Fundamentalistische Hindus sind da. Der Subinspektor der Polizei gerät unter Druck. Ausländern ist nicht erlaubt, zu predigen und öffentlich zu reden. Wahrscheinlich haben sie alles mitgeschnitten. Streitgespräch auf der Straße. Als ich dazukomme, beschwere ich mich, dass wir von irgendwem angesprochen werden. Wir verantworten uns gerne, jedoch nur legitimierten Offiziellen. Einer der BJP-Leute meint, er sei legitimiert, da er Inder sei. Pastor N.Daniel braust auf, er sei auch Inder! Es eskaliert ein wenig. Philip beruhigt uns.

Eine extreme Hinduorganisation von Burgampadu bzw. aus dem Bhadrachalam Tempel hat 7 Leute geschickt, die Druck machen. Wir alle sind uns einig, dass sie von Paul Raj mobilisiert wurden. Gemäß N.Daniel würde Timothy das niemals machen. Der Subcollector nimmt Eckards Passkopie mit. Irgendwie ist es plötzlich zu Ende. Die Sache wird dann vom Inspektor geklärt bzw. wir bekommen Recht zumal wir nicht weiter provozieren.

Meine Predigt am Nachmittag wird also gestrichen. Esther wird es erklären und dabei hoffentlich eine bischöfliche Rede halten. Mittagessen gibt es in einem Klassenraum der Schule, die ihr Gelände zur Verfügung gestellt hat. Es gibt schlicht Reis, scharfe Bohnen und Innereien hunderter Hühner (erst später stelle ich fest, dass man uns die leckerbissen brachte. Das richtige Hühnerfleisch gab es für die TeilnehmerInnen).

14.45 geht das Meeting weiter. Zwei Kinder aus dem Serapaka Hostel tanzen modern, flott und gekonnt. Esther Rani spricht zu den inzwischen das Schattendach füllenden Gemeindegliedern. Sie nimmt Bezug auf die Geschichte der Kirche und ermutigt zu furchtlosem Glauben und Zusammenleben der Christen in Liebe. Es ginge nicht um ein Gegeneinander, sondern um gemeinsames Leben.

Rev. Philip spricht noch einmal über den Weg aus Ägypten, voller Entbehrungen. Sehr offen sagt er, dass in Orissa die Christen verfolgt werden von BJP. Dies entspricht nicht der Verfassung. Offen sagt er, dass Timothy und andere dieses Treffen verhindern wollten. Gott hat es jedoch verteidigt und beschützt. Er weist dann darauf hin, dass alle der Verfassung der Kirche folgen sollen und nicht einer Person.

Eine Frau hyperventiliert (oder wie die viele anderen: extatische Äußerung?). Ich bete und sie beruhigt sich. Viele kommen zum Gruß, manche wollen sich segnen lassen, was wir ablehnen, um nicht alle nachzuziehen. Im VIP-Raum bekommen wir Tee, müssen noch Familienfotos mit dem Chef des Hauses machen. 17.00 ist der Churchday zu Ende. Er war kurz, hat jedoch offenbar allen viel Freude gemacht und die Identität aller gestärkt. Vielleicht hat gar die Konfrontation noch für Zusammenhalt gesorgt.

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