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Indien

Besuch aus Indien im Mai 2006

Sie haben es vielleicht selbst erlebt oder davon gehört: Der Vorlauf war unangenehm, der Besuch selbst dann ein voller Erfolg.

Eigentlich sollten sechs Gäste aus Indien kommen: Die Präsidentin Ester Rani, Pastor Philip als Übersetzer und Berater, zwei weitere junge Frauen und zwei junge Pastoren. Leider bekamen nur Ester Rani und Pastor Philip ihr Visum. Sofort haben wir Beschwerde eingelegt und viele, auch befreundete Politiker, haben sich eingeschaltet. Inzwischen ist eine antwort aus dem deutschen Konsulat in Chennai gekommen, stellt uns allerdings nicht gerade zufrieden. Die Verzögerung von letztlich einer Woche und die dann nicht erhaltenen Visa haben mehrere Gründe. Unsere Geschwister haben ihre Pässe sehr spät beantragt und dann nicht genug nachgehakt. So kam der Prozess der Visabeantragung erst kurz vor Ostern in Gang. Dann hat das indische Reisebüro schlecht beraten und keinerlei Auskunft über die neue Prozedur der Visaerstellung gegeben. Wäre das besser gewesen, hätte man eher und mit noch mehr Erklärungen vorgehen können. Und letztendlich - und das gab letztlich den Ausschlag - hat das deutsche Konsulat vier Visaanträge abgelehnt, weil man den Verdacht hatte, dass die Rückkehr gefährdet sei. Die Argumente dafür sind mehr als fragwürdig und der Umgang sowohl mit uns als Gastgeber als auch mit den Indern ist überaus schlecht gewesen. Immerhin wissen wir jetzt, was beim nächsten Mal anders laufen muss und haben auch Kontakte im Konsulat und auswärtigen Amt um bereits im Vorfeld die Wege zu ebnen. Hoffen wir nur, dass jene, die nach allen Vorbereitungen und ihrer Vorfreude nicht reisen konnten, das schnell verkraften und irgendwann eine neue Chance bekommen. Bitte beten Sie für sie.

Nun denn, der Besuch von Ester Rani und Pastor Philip war jedoch ein guter, wichtiger und auch atmosphärisch sehr schöner. Obwohl zu spät beim Tag der Gemeinde eingetroffen, konnten die beiden noch ihre Grüße von der Partnerkirche weitergeben und einige der Freuninnen und Freunde treffen und sprechen. Gleich am nächsten Tag, nachdem am Vormittag erste Gespräche über die Lage in der GSELC begonnen hatten, begann eine Rundreise durch viele Gemeinden. Begleitet wurden die Gäste von Eckard Krause, anderen Mitgliedern des AK Weltmission und mir. Zunächst, nach einem Abstecher nach Harsefeld, ging es nach Kirchtimke. Mit über sechzig Gemeindegliedern wurde den Indern ein großer Empfang bereitet. Musik, Gottesdienst, Bilder, Tanz, Berichte, Rückfragen - wie auch in den folgenden Gemeindeveranstaltungen wurde die Begegnung sehr insensiv. In Ostfriesland, wo viele Gemeinden das Teachers for Tribal Projekt fördern, wurden die Gäste vom Superintenden empfangen und gelich der Presse vorgestellt. Besucht und gestaltet wurden Gemeindeveranstaltungen, Kinder- und Jugendgruppen, ein Konfirmandentag, Gottesdienste und ein treffen mit den Spendern der Region. Ein wenig Sightseeing war möglich, allerdings wurde leider das Wetter schlechter und unsere Gäste, aus Temperaturen um die 40 - 45 Grad kommend, froren schnell. Auch die Abende in Elstorf und bei der Stadtmission Berlin und ein Gottesdienst in Bremen mit Gemeindeversammlung waren eine gute Gelegenheit, die Freundinnen und Förderer der Partnerkirche zu informieren und die Beziehung zu vertiefen und aufzufrischen. Und bein Abend mit der Hausgemeinde des MZ Hanstedt ging die gegenseitige Zuneigung im wahrsten Sinne des Wortes "durch den Magen": Es wurde gemeinsam indisch gekocht und gegessen.

Einige Besichtigungen konnten die Gäste aber trotz des vollen Programms noch machen. Sie waren in Bremen, Hamburg und Berlin. In Berlin konnten wir einen Grünen-Abgeordneten der Bundesregierung, Thilo Hoppe aus Aurich, besuchen und ihn über das im Stammesgebiet geplante Staudammprojekt Polavaram informieren. Herr Hoppe, auch Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, will sich in dieser Angelegenheit für die Adivasis zu engagieren, soweit es ihm möglich ist.

Auf Wunsch der Gäste sind wir über Lutherstadt Wittenberg zurück nach Hanstedt gefahren. Es ist schon interessant, dass unsere Geschwister eine große Sehnsucht haben, die Ursprünge ihrer kirchlichen Anbindung ("GSE lutheran Church) zu sehen und an die Quellen zu gehen. Ich selbst habe das offenbar als derart selbstverständlich genommen, dass ich bisher noch nicht nach Wittenberg fahren musste.

Den Schluss der Reise bildeten diverse Gespräche mit dem AK Weltmission und der Direktorin des ELM. Gemeinsam wurde um einen guten und gehbaren Weg für die kommenden Jahre gerungen und über den Haushalt beraten.

Fazit: Es war ein längst fälliger und wichtiger Besuch. Die Gäste haben sich mit Dank verabschiedet und bitten um unser Gebet und den Beistand für die Projekte und die Kirche. Und beim Nächsten mal wird dann hoffentlich auch der Vorlauf gelingen.

Und nun freuen Sie sich mit mir an den folgenden Fotos.

Bericht: Hermann Brünjes 16.05.07

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