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Kirchenleitung / aktuelle Entwicklungen 2007

Die Infos und Fotos anderer Jahre können Sie aufrufen, wenn Sie die jeweilige Jahreszahl anklicken:

2005 2006 2008

Stand im November (29.11.2007)

Folgenden Artikel werden Sie Mitte Dezember in den FMD-Impulsen lesen. Er gibt einen zusammengefassten Überblick über die Lage in Indien, die Fotos wurden während der Studienreise gemacht.

„Ich möchte mehr informiert werden!“ Der Wunsch einer Spenderin ist uns wichtig und verständlich. Immer wieder kommen Nachfragen: „Wie sieht es in Indien aus? Was macht der Streit mit Paul Raj? Wie geht es den Kinderheimen ...?“ Gerade jene, die spenden, aber auch jene, die beten und mitdenken, haben das Recht auf laufende Informationen aus Indien.
Deshalb nehmen wir die Indien-Seiten auf unserer Homepage besonders ernst und pflegen sie entsprechend. Sie werden über alles, was geschieht und wichtig ist, sofort informiert. Auf der Seite „Indien“ gibt es Informationen über Hintergründe, aktuelle Entwicklungen, die Bildungsprogramme und einzelne Kinderheime, Studienreisen usw. Falls Ihnen das Internet nicht zugänglich ist, lesen Sie bitte jeweils die FMD-Impulse aufmerksam bzw. beachten Sie die gelegentlichen Briefe von Pastor Krause. Auch so bekommen Sie das Wichtigste mit. Und gerne können Sie uns auch anrufen und uns persönlich fragen.

Was also ist im Moment aktuell? Nun, es geht weiter mit der GSELC, und zwar sehr hoffnungsvoll und kraftvoll. Die Gemeinden wachsen und immer wieder wird getauft und neue Kirchenhütten werden eingeweiht. Vier Studenten sind im ACTC eingeschrieben, dem College für die Ausbildung zum Pastor in Hyderabad. Darüber freuen wir uns sehr, lag doch die Ausbildung über viele Jahre völlig darnieder. Außerdem gibt und gab es diverse Schulungen für Pastoren und Mitarbeitende. Dozenten des ACTC haben lutherische Theologie unterrichtet, Pastor Krause hat zwei Studientage mit den Pastoren gestaltet, die Betreuer der Kinderheime wurden durch Jayapaul (Shalom-Foundation) geschult, Jugendmitarbeiter der nördlichen Gemeinden (im Januar folgen die der südlichen) bekamen durch indische Jugendleiter und mich Impulse für ihren Glauben und ihre Arbeit. Viele Pastoren besuchten von der UELCI veranstaltete Englischkurse.

Ebenso hoffnungsvoll entwickelt sich die Administration der Kirche. Hans Mittmann, Mitglied im AK Weltmission und zuständig für das Teachers for Tribals Projekt war drei Monate in der GSELC (Foto unten rechts). Er hat die Buchführung und den Haushalt neu geordnet und das Kirchenbüro begleitet und angeleitet. Der aktuelle Haushalt ist angepasst worden, der Neue vorgelegt. Insgesamt werden etwa 14.000 € für die Kirchenleitung, Administration und Mieten benötigt, 85.000 € für die Bildungsprojekte und 45.000 € für Gehälter und Fortbildung.
Zusammen sind das ca. 144.000 € . Davon bringt die GSELC etwa 16.000 € (d. h. 11 % vom Gesamtvolumen, 27% der kirchlichen Arbeit ohne Bildungsprojekte) selbst auf, der Rest wird durch Zuschüsse und Spenden aus Deutschland finanziert. Wir sind schon froh, dass der Eigenanteil derart gestiegen ist. Nach der Spaltung hat der Gründer Paul Raj alle Ländereien und Gebäude unter Kontrolle. So kann die Kirche kaum Einnahmen erzielen. Trotzdem geben die Leute, was sie können und es werden jetzt verstärkt auch Beiträge und Spenden der einzelnen Mitglieder zur Finanzierung nicht nur der Gemeindearbeit vor Ort, sondern auch des Ganzen eingesetzt. In wenigen Jahren wollen die Partner in der Lage sein, den Großteil der Gehälter selbst zu zahlen. In Zusammenarbeit mit dem ELM (Evang.- luth. Missionswerk) und der UELCI (Vereinigte ev. luth. Kirchen Indiens) soll im Januar eine Konsultation einen Master-Plan für den Weg in die Zukunft erarbeiten.

Die ist jedenfalls für die Kinder ganz positiv. Durch das Teachers for Tribals - Programm bekommen zzt. 521 Kinder in 12 Projekten ein Zuhause und eine Chance auf Bildung. In fast allen Kinderheimen wurden jetzt unter der Regie von Hans Mittmann neue Toiletten- und Waschgebäude gebaut, die Wasserversorgung gesichert und Reparaturen durchgeführt. Das durch einen elektrischen Defekt niedergebrannte Kinderheim in Koyda wurde neu aufgebaut (Foto oben). Das Gebäude, in dem das Kinderheim in Kukunuru untergebracht ist, wurde angemietet, da es wegen der Besitzverhältnisse des Landes Unklarheiten gab und nicht gebaut werden konnte.
Überhaupt, die Frage des Landbesitzes ist

Ebenfalls zu schaffen macht das Polavaram-Staudammprojekt. Zwar darf immer noch nicht gebaut werden und es laufen viele Gerichtsverfahren gegen das Großprojekt, die Regierung ist jedoch dabei, die Leute zu erfassen und für die Umsiedlung Verträge zu machen. So haben z. B. die Großgrundbesitzer in Koyda der Umsiedlung zugestimmt und viel Geld bekommen. Den Kulis bleibt nichts übrig als auch zu gehen, weil sie ohne ihre bisherigen Arbeitgeber keine Arbeit mehr bekommen und damit nicht überlebensfähig sind. Die Regierung wird, wie an vielen Orten bereits geschehen, das Land übernehmen und mit Eukalyptusplantagen bepflanzen. Also wird es diesen Ort, obwohl der Staudamm selbst erst in frühestens zehn Jahren fertig werden wird (wenn überhaupt!), vielleicht bald nicht mehr geben. Auch das Kinderheim muss dann verlegt werden und somit ist seine Zukunft ungewiss.

Hans Mittmann hat bei seinem langen Aufenthalt wirklich gute und gründliche Arbeit geleistet. An dieser Stelle sei vor allem ihm ganz herzlich dafür Dank gesagt!
Den Beiträgen von der Studienreise können Sie entnehmen, dass bei allen Herausforderungen vor denen unsere Partner und damit auch wir stehen, die geistliche Dynamik unserer Schwestern und Brüder ungebrochen ist. Es werden zum Teil richtig große Gottesdienste gefeiert. Die über 80 Pastoren, Evangelisten und Bibelfrauen besuchen Familien in über zweihundert Dörfern, beten für Kranke und kümmern sich um Bedürftige, feiern Hausandachten, machen Straßenevangelisation, lesen und verbreiten die Bibel (jetzt auch in der Koya-Sprache!), opfern Zeit und Geld, regen Eigeninitiativen zum Bau von kleinen Kirchen an und setzen sich mit der ihnen zur Verfügung stehenden Kraft für die Konsolidierung und Ausstrahlung der Kirche ein. Wir als Besucher und als Geld gebende Partner werden so letztlich zu Beschenkten und staunen darüber, was Gott mit seiner Kirche hinkriegt.

Auf unserer Homepage halten wir Sie weiter auf dem Laufenden, denn Ihrem Wunsch nach Information kommen wir gerne nach!

Das Kinderheim in Koyda durch Brand vernichtet (20.8.2007)

Das Kinderheim in Koyda, direkt an der Godavari, ist völlig abgebrannt. Die zwei betroffenen Hütten wurden erst im letzten Jahr nach der großen Überschwemmung wieder aufgebaut. Jetzt ist offenbar durch defekte Elektrik ein Brand ausgebrochen. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert - bis auf den Verlust aller Gegenstände und der Gebäude. In einer schnellen Hilfe werden die Verluste der Kinder ausgeglichen: Kleidung, Matten, Kisten, Schulbücher usw. In einem zweiten Schritt sollen die Hütten wieder aufgebaut werden. In der Übergangszeit wohnen und leben die Kinder in der gegenüber liegenden Kirche und in Häusern von christlichen Familien.

Die Fotos zeigen die abgebrannten Hütten, nachdem der gröbste Schutt bereits weggeräumt wurde um den Wiederaufbau vorzubereiten. Ein weiteres Foto zeigt die Kinder und die Hütten Anfang diesen Jahres.

Es geht voran: Schulungen und Entscheidungen (Juni/Juli 2007)

Im Juni begann es zu regnen. Regen = Segen. So wird es in Indien noch mehr verstanden als bei uns. Das dürre Land wartet geradezu auf den Regen. Besucher aus Deutschland, Hermann Brünjes und Dieter Pintatis, erlebten die ersten Schauer, die Freude der Leute darüber und das warm-heiß-feuchte Klima der beginnenden Regenzeit. Segen auch in der GSELC. Wer mehr darüber wissen möchte, kann per E-Mail bei Hermann Brünjes interessante Reiseberichte abrufen.

Gute Situation in den Kinderheimen

Die Schulungen der Wardens (Betreuer) wurden mit großem Erfolg durchgeführt. In vielen der Kinderheime sieht man schon jetzt erste Früchte: Hof und Gelände sind sauber, Pflanzen wurden gesetzt und Küchengärten angelegt, der Umgang mit den Kindern ist bewußt liebevoll ... und viele der Mitarbeiter sind davon begeistert, den Kindern ein noch besseres Zuhause zu geben. Eine zweite Schulung, die besonders die Umsetzung des Gelernten reflektiert, wird im September sein. Dieter Pintatis war einige Tage im Kinderheim von G.K.Padu, besucht wurden alle Heime. Es wurde jedem der Hostel ein Betrag für Reperaturen ausgezahlt und teilweise bereits ausgegeben. Dächer wurden repariert, Wasserleitungen gelegt, Fußböden erneuert, Anstriche vorgenommen, Zäune erneuert, ganze Hütten versetzt. Mitte September wird Hans Mittmann für längere zeit nach Indien reisen und weitere Baumaßnahmen begleiten. Auch das gesamte Abrechnungswesen und der Umgang mit Finanzen wird dann noch einmal durchgecheckt und festgeschrieben.

Die Zahl der vom FMD unterstützen Kinder ist geblieben: 545. Die zur Verfügung stehenden Gelder sind leider etwas zurückgegangen, so dass der Haushalt um 20% gekürzt werden musste. Wir hoffen sehr, dass die nötigen Einsparungen gelingen und/oder wir neue Spender und Spenderinnen gewinnen, um die Lücken zu füllen.

Jugendleiter - Training

Mit 50 ehrenamtlichen und 10 hauptamtlichen Mitarbeitern aus der Jugendarbeit haben unter der Leitung von Jugendpastor Yakobu Hermann Brünjes und ein indischer Prediger als Referenten eine Mitarbeiterschulung in Arukuru durchgeführt. Zielgruppe waren je 2-3 Delegierte der Jugendarbeit aus den nördlich des Flusses gelegenen Gemeinden. Im Januar folgt eine Schulung für die südlichen Gemeinden. Inhalte der Schulung waren theologische und praktische Themen. So wurde über dem neuen Namen der GSELC gearbeitet. "God Shepard" - An welchen Gott glauben wir? (Psalm 23, Joh.10). "Evangelical Lutheran" - Biografie Luthers, Reformation und Säulen lutherischen Glaubens. "Church" - was Kirche zur Kirche macht. Es ging darum, wie man Zeugnis des Glaubens geben kann, was zur Selbstständigkeit der Arbeit beiträgt und wie Jugendliche in der Gemeindearbeit mitarbeiten können. Obwohl als Methode völlig neu, machten die Jugendlichen auch bei der Gruppenarbeit kräftig mit, diskutierten, wälzten die Bibel und beteten gemeinsam. Und natürlich durften die zwei "Kulturabende" nicht fehlen. Mit überschäumender Freude und Energie wurde getanzt, gesungen und gelacht. Alte Stammestänze, moderne Bollywoodfiguren und Comedy werden allen unvergessen bleiben.

Auf eigenen Füßen stehen

Noch ist es nicht soweit. FMD und ELM können den Familien der 80 Mitarbeiter der Partnerkirche Dank Ihrer Spende einen lebenswichtigen Zuschuss zum Gehalt geben. Schritt für Schritt soll und muss nun jedoch darauf hingearbeitet werden, dass die Kirche alle ihre Mitarbeiter selbst bezahlen kann und somit auf eigenen Füßen steht. Das wird nicht leicht. Alle Einrichtungen und viel Land, aus dem Einkünfte zu erzielen sind, hat die Seite um Paul Raj vereinnahmt. Die GSELC ist vor allem auf die Gaben ihrer Mitglieder angewiesen. Da dies zumeist sehr arme Kulis sind, wird es noch ein weiter Weg bis zur völligen Unabhängigkeit sein. Aber erste Schritte sind getan. Bereits in diesem Jahr sollen ein Viertel der Pastoren aus eigenen Mitteln finanziert werden. Diverse Programme zur Steigerung des Eigeneinkommens werden entwickelt und demnächst durchgeführt und alle Kollekten (Sonntags, Taufen, Hausbesuche usw.) werden dokumentiert und zum großen Teil für das Personal eingesetzt. Ziel ist es, in 5 Jahren alle Gehälter selbst bezahlen zu können.

In einem Treffen der Kirchenleitung und der Pastoren wurden diverse Beschlüsse gefasst, die Unabhängigkeit der Kirche voranzutreiben. So soll eine Strukturreform für die Gemeinden durchgeführt werden, so dass jede Gemeinde etwa gleich groß ist, nämlich 500 - 800 Mitglieder zählt. Die Berufsbeschreibung für Pastoren, Diakone, Bibelfrauen und Evangelisten soll neu definiert und vor allem mit Standards ausgestattet werden. Die ausbildungsprogramme sollen aufeinander abgestimmt werden: Theol.Ausbildungen, Schulungen für Hostel-Personal, Englischkurse, Jugendleitertraining usw. Alles wird in enger Abstimmung und mit Supervision der UELCI in Chennai stattfinden.

geistliche Vitalität

Die geistliche Vitalität unserer Geschwister ist ungebrochen dynamisch und ansteckend. Fast alle Gemeinden wachsen und es kommen immer wieder Familien und Einzelne hinzu. Die Pastoren machen sehr, sehr viele Hausbesuche und beten für Kranke. Auch großen Herausforderungen stellen sie sich, wie z.B. der Begleitung einer Gemeinde aus deren Mitte ein eifersüchtiger Ehemann seine Frau ermordet hat und drei Kinder sind nun zurück geblieben. Mehrfach wurden Kirchbauten oder Erweiterungen von Kirchen begonnen, die dann zum Teil jedoch mangels Geld nicht weitergeführt werden können. Eigenständig wurde ein großes Jugendtreffen durchgeführt, mit mehr als tausend Teilnehmern.

Wiedervereinigung - noch ein langer Weg

Paul Raj hat die GSELC gebeten, sich wieder auf "seine" Leute, die GSELM zuzubewegen. Offensichtlich scheint er wegen diverser Gerichtsverfahren, die er eigentlich ja selbst initiiert hatte, nun unter Druck zu sein. In Hyderabad haben deshalb Gespräche mit E.Krause stattgefunden. Die Pastoren der GSELC haben darüber diskutiert. Gern wollen sie sich der kleinen Gruppe um Rev.Johnson öffnen. Auf Gemeindeebene kann man sich sehr gut eine punktuelle Zusammenarbeit vorstellen. Bevor es jedoch zur Wiedervereinigung kommt, müsste Paul Raj allen Besitz, alle Bankkonten und alles Land auflisten und notariell als Besitz der Kirche dokumentieren. Nur dann könnte es zu einer erneuten Annäherung kommen.

Begleitet in die Zukunft

Bei allen positiven Entwicklungen ist doch die Begleitung der Partner in diesen Jahren der Neukonsolidierung sehr erforderlich. Die UELCI (United Evang. Luth. Churches of India) ist da in Indien ein wichtiger Partner. Aus Deutschland sind der FMD und das ELM gefragt. Im Januar ist deshalb eine Konsultation geplant. Damit die Kontakte nicht nur einseitig sind, soll dann im Juni 2008 erneut eine Gruppe aus der GSELC nach Deutschland kommen - hoffentlich diesmal wie geplant! Es stehen viele Aufgaben an, nicht zuletzt die Herausforderung durch das Polavaram-Projekt. Darüber können Sie sich hier noch näher informieren.

Alle Geschwister lassen herzlich grüßen. Sie beten für uns in Deutschland - und bitten darum, dass auch wir sie in ihr Gebet einschließen.

Gespräche in Deutschland (Mai 2007)

Mehrfach während ihres Besuches in Deutschland sprachen Präsidentin Ester Rani und Pastor Philip mit den deutschen Partnern in ELM und FMD über die Gegenwart und Zukunft der GSELC. Besonders wichtig für die weitere Planung wurde ein Gespräch am 14.Mai in Hermannsburg. Dabei waren der AK Weltmission des FMD und als Vertreter des ELM die Missionsdirektorin, der Asienreferent und der Geschaftsführer.

Die Präsidentin berichtete davon, dass im Moment Englischkurse in Chennai laufen, an denen mehrere Pastoren der GSELC teilnehmen. Bereits abgeschlossen ist die erste Schulung der Verantwortlichen der Kinderheime durch Jayapaul in den Jelligiri-Bergen. Eine zweite Schulung der Betreuer, Lehrer und Leiter soll im September sein. Einige Absolventen sollen demnächst wieder ans ACTC, einer theol. Ausbildungsstätte in Hyderabad, geschickt werden und die Dozenten dieses Colleges werden in Kürze Crashkurse für luth. Theologie vor Ort durchführen. Vor allem die Bildung und Ausbildung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der GSELC ist dringend erforderlich. Paul Raj hat in der Vergangenheit alles getan, zu verhindern, dass allzuviel Kompetenz heranwächst und ihm in seiner authoritären Leitung zur Gefahr wird.

Die Gäste informierten darüber, dass ein neuer Eintrag ins staatliche Organisationsregister in Vorbereitung ist, da es durch die Spaltung keinerlei Zugang mehr zu den alten Dokumenten der GSELC gibt und somit auch die Berechtigung, ausländische Gelder zu bekommen nicht nachweisbar ist. Auch wenn eine Namesänderung angedacht ist (Good Shepard ev.luth.Church), bleibt dieser Schritt ein legitimer Weg um die alte GSELC fortzusetzen, da er mit der erforderlichen Mehrheit der Delegierten beschlossen wurde.

Nicht nur aber auch aus finanziellen Gründen werden diverse Reformen in der GSELC notwendig. So müssen die Gemeinden in ihrer Größe angeglichen werden und es muss definiert werden, was "Parish" und was "Congrigation" ist, wer "Pastor" sein kann und wer "Evangelist" oder "Bibelfrau" - und wie jeweils die Ausstattung der Gemeinden mit Personal aussieht. Außerdem muss die GSELC unbedingt ihren Eigenbeitrag zu den laufenden Kosten der Gemeinden und Gehälter deutlich erhöhen. So wurde der nächste Haushalt entsprechend unter Einbeziehung der Einnahmen in Indien durch Beiträge, Landbesitz und Spenden beraten.

Auch in den Kinderheimen werden Veränderungen erforderlich. Die Kirchenleitung der GSELC hat bereits beschlossen, bei den großen Kinderheimen die Zahl der Kinder zu reduzieren, damit man sich besser um die Kinder kümmern kann und die Qualität erhöht. Dies wird natürlich nur schrittweise und der Situation angepasst erfolgen und keines der Kinder wird vor Abschluss der Schule entlassen. Es gibt inzwischen immer mehr staatliche Schulen in der Region. Die Kirche hat seit 25 Jahren Zeichen gesetzt, die inzwischen auch vom Staat verstanden wurden. Nun will die GSELC die bessere Schulsituation nutzen und die Kinder aus den Dörfern verstärkt in bestehende staatliche Schulen schicken. Damit entfällt manche Lehrerstelle und das Geld dafür kann in eine bessere Betreuung investiert bzw. eingespart werden. Es wird unbedingt weiterhin nötig sein, die Kinder in Heimen unterzubringen, denn sonst würden sie nicht zur Schule gehen und hätten vor allem dann, wenn sie aus kleinen, entfernten Dörfern kommen, keine Chancen auf Bildung. Auch die christliche Erziehung, die intensive Förderung sozialer Kompetenz und die gute Ernährung der Kinder ist nur möglich, wenn sie in Heimen wohnen.

Die Gespräche haben ergeben, dass sowohl in Deutschland als auch in Indien ein Konzept für die GSELC und die Partnerschaft erarbeitet wird und im Januar 2008 im Rahmen einer Konsultation beraten und verabredet werden soll.

Convention mit neuer Kirchenleitung (Januar 2007)

In der zweiten Januarwoche trafen sich auf dem Gelände des Hostel Chakkaripalli über 350 Delegierte aus allen Gemeinden der GSELC. Mit dabei waren auch Pastor E.Krause und Diakon H.Brünjes. Die alte Kirchenleitung unter der Führung von Präsident Rev.Amos wurde mit Dank entlassen, eine neue wurde unter viel Zustimmung gewählt und feierlich eingesetzt. Außerdem konnten viele der bisher eher zögernd in Angriff genommenen Aufgaben angepackt werden und insgesamt sind wir auf einem guten Weg.

Halleluja, Timothy!

Die besondere Nachricht: Timothy, der mit Malaria-Tropica für 5 Wochen im Krankenhaus in Hyderabad lag, davon viele Wochen in Lebensgefahr schwebte, ist wieder gesund! Welch ein Weihnachtsgeschenk für alle, die für ihn gebetet haben. Die Genesung wird von allen als Wunder und Geschenk Gottes begriffen. Als H.Brünjes Timothy im Krankenhaus besucht hat, hat dieser auf einen zettel geschrieben: "Die GSELC braucht mich. Ich darf nicht sterben!" Recht hat er - auch wenn er erst einmal für ein Jahr von allen Aufgaben befreit wurde. Allen, die mitgebetet haben herzlichen Dank! Und vor allem herzlichen Dank Ehepaar Mittmann. Durch deren Einsatz und die finanziellen Mittel großzügiger Spender, ist Timothy noch am Leben!

Convention: Aus der Good Samaritan wird vorraussichtlich die Good Shepard Evang. Luth. Church

Hier ein Kurzbericht über das Treffen und einige Fotos.

Das Wichtigste zuerst: Delegierte aus allen Gemeinden der GSELC haben einen neuen Vorstand gewählt. In mehreren Feiern wurde die alte Kirchenleitung unter Präsident Amos würdevoll verabschiedet und die neue Leitung mit Vorsitz von Pastorin Esther Rani ins Amt eingeführt. Dieser Machtwechsel und vor allem die Art und Weise hat uns sehr beeindruckt, da wir bereits Flügelkämpfe um die Macht in der GSELC befürchtet hatten. Es ist jedoch alles sehr einmütig und konstruktiv verlaufen und die neue Kirchenleitung ist eine hoch motivierte und auch qualifizierte Gruppe.

Die Wahlen waren turnusmäßig vorgesehen und alle fast hundert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus den 40 Gemeinden der GSELC haben darauf bestanden, sie zusammen mit den über 250 Delegierten aus den Gemeinden durchzuführen. Wegen der auch vor Gericht laufenden Streitigkeiten mit dem anderen Teil der Kirche unter Leitung von Rev.Johnson, ist diese Wahl noch nicht wirklich zukunftsfähig. Es soll nun eine neue Vereinigung, als Rechtsnachfolgerin der Alten gegründet werden. Als Name dafür ist im Gespräch: Good Shepard Ev.Luth. Church. So bleibt die Kontunität bewahrt und es wird gleichzeitig Neues möglich. Unter Begleitung duch die UELCI (Vereinigte Luth.Kirche Indiens) und eines Rechtsanwaltes wird die von allen Mitarbeitern ausführlich diskutierte Verfassung in Kürze zur Registrierung vorgelegt. Darüber sind wir sehr froh, geht dann doch ein rechtlicher Schwebezustand endlich zu Ende.

Verbesserte Kommunikation

Als FMD werden wir in Zukunft eine Stimme vor Ort haben. Pastor Philip, der inzwischen nicht mehr im Gebiet der GSELC wohnt, ihr jedoch intensiv verbunden sein wird, hat von der neuen Kirchenleitung den Status eines Vertrauten des FMD bekommen. So werden alle offiziellen Informationen über ihn laufen und wir bleiben über alle Entwicklungen auf dem laufenden. In den letzten Monaten hat sich erwiesen, dass diese Kommunikation extrem wichtig ist.

Und um Kommunikation, Verantwortung und Parnerschaft geht es auch bei weiteren Beschlüssen: Es werden Englischkurse durchgeführt, damit immer mehr Partner in die direkte Kommunikation eingebunden werden können. Es werden Absolventen zum ACTC nach Hyderabad geschickt um dort theologische Kurzausbildungen zu erhalten. Einige sollen nach Chennai um sich theologisch ausbilden zu lassen. Die Wardens (Betreuer) der Kinderheime werden im Mai und September intensiv geschult. Weitere Schulungen für Mitarbeiter in der Jugendarbeit sind im Gespräch... und einige träumen gar davon, dass zei der jungen Leute Deutsch lernen um mit uns besser zu kommunizieren.

Kinderheime und Reformen

Neu gegründet wurde auch ein Ausschuss für die Bildungsarbeit. Es liegen viele Vorhaben an: Der Bau von Toiletten- und Waschräumen in fast allen Kinderheimen, neue Hütten und Schlafräume und diverse Reperaturen. Auch soll der inhaltliche Standard der Heime und Schulen nochmals geprüft und ggfls. verbessert werden.

Vor sich haben die "Neuen" auch eine grundlegende Kirchenreform und müssen definieren, was und wie groß eine Gemeinde ist, ein Zentrum ect. Und wer kann Pastor, wer Bibelfrau, wer Evangelist sein? All diese Dinge müssen gemäß der Ordnung neu definiert werden. Und dann muss es umgesetzt werden, was eine Verringerung der Gemeinden bedeutet und eine massive Veränderung des Personalschlüssels. Auch um die Fähigkeit der Kirche, ihre Mitarbeitergehälter selbst aufzubringen, wird es gehen. Das wird noch viel Kraft und Fantasie erfordern und die Partner sind sehr auf Unterstützung durch die UELCI aber auch durch das ELM und uns angewiesen.

Und die für die nächsten Jahre mit Sicherheit große Bedeutung und Herausforderung durch das Polavaram-Projekt wurde diskutiert (siehe dort).

Viele richtig gute Ansätze konnten wir sehen: Hoch motivierte und Mitarbeiter, die uns zu Freunden geworden sind. Eigeninitiativen wie z.B. den Bau einer Kirche, von Gemeinden und Pastor in Eigenarbeit und finanziellem Engagement schon weit voran gebracht. Ein offener und geschwisterlicher Umgang miteinander. Absolute Priorität der geistlichen und spirituellen Fragestellungen und konsequente Orientierung an Gottes Wort. Ungebrochene Missionsfreude. Ein volles Ja zur Zusammenarbeit mit anderen indischen Organisationen (UELCI, ACTC, NGOs usw.). Die Bereitschaft zur Vergebung selbst gegenüber den getrennten Geschwistern in der anderen Gruppe. Die Fähigkeit, auch Gräben untereinander zu überbrücken: Tribals und Nontribals, Jung und Alt, gebildet und nicht-gebildet. Also: Wir sind richtig guten Mutes!

Neues Testament in Koya-Sprache

Umso mehr freut es uns, das wir unseren Geschwistern einige Geschenke machen konnten: Nicht nur Trommeln für 20 Gemeinden und Karom-Spiele für die Kinderheime konnten wir als Weihnachtsgeschenke überreichen, sondern auch Bibeln in der Sprache der Koyas! Welch ein Ereignis: Wicliff hat das Neue Testament in Koya herausgebracht. Es ist in Telugu-Schriftzeichen erschienen und bringt die Sprache der Stammesleute hier erstmals in eine Schriftform. Aufgeregt und erregt wurden uns die überraschend schnell beschafften Bücher aus der Hand gerissen. Die Bibel ist hier wirklich und unbestritten der Bestseller!

(Bericht: Hermann Brünjes)

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