Kirchenleitung / aktuelle Entwicklungen 2006Die Infos und Fotos anderer Jahre können Sie aufrufen, wenn Sie die jeweilige Jahreszahl anklicken:2005 2007 2008 2009 2010 aktuellesKonsultation in Chennai (Juli 2006)Im Juli fand die eigentlich für Deutschland geplante Konsultation mit der GSELC in Chennai statt. Die Kirchenleitung der GSELC war mit 12 Personen unter der Leitung von Rev.Amos anwesend, Rev.Philip kam etwas später dazu. Eckard Krause vertrat den FMD, Asienreferent Dr.Manoharan und Öffentlichkeitsbeauftrgter Klaus Hampe das ELM. Auch Landessuperintendent Kollmar aus Braunschweig nahm daran teil. Man tagte in den Räumen der UELCI (United Lutheran Churches of India) die Dr. Stanley in Vertretung zum erkrankten Leiter Dr.Augustine, durch Frau Vidhya Rani und Dr.Suneel Bhanu vertreten war. Am 2.Tag stößt überraschend Pastor Lüdemann, Missionsdierektor i.R. dazu. Hier der Bericht von Pastor Eckard Krause: Die Sitzungen wurden von Dr. Manoharan geleitet. Begrüßungsreden, Lieder, Gebetszeiten und Auslegungen von Gottes Wort gehörten selbstverständlich dazu. EvaluationDr. Suneel Bhanu berichtete, dass die Evaluierung (im März in Bangalore verabredet) der Kirche noch nicht abgeschlossen sei. Er könne nur einen (sehr allgemein gehaltenen) Zwischenbericht geben. Bisher hätte er nur 40 von etwa 80 Gemeinden besuchen können. Eckard Krause hat wiederholt sein Bedauern darüber ausgesprochen und Dr. Suneel Bhanu hat sich daraufhin entschuldigt und versprochen, dass der endgültige Bericht bis Mitte August schriftlich vorliegt. PolavaramAusführlich wurde die Situation besprochen, die durch das Polavaram- Projekt entstehen wird. Die GSELC hat als Kirche bisher nicht reagiert, wohl aber haben viele Mitglieder der Kirche durch ihre politischen Parteien protestiert. Die Kirche, so berichtet Präsident Amos, befürchtet, dass sie in der augenblicklichen Situation Nachteile bekommen könnte, wenn sie offiziell Protest gegen das Projekt einlegen würde. Von dem Projekt sind 5 Mandel (Landkreise) betroffen und etwa 200.000 Familien aus 278 Dörfern. 70 % des Kirchengebietes fällt darunter. Es gibt kein Vertrauen in die Versprechungen der Regierung. Viele Stammesleute haben keine, oder nur unzureichende Besitzurkunden. Außerdem ist gänzlich unklar, wohin eine Umsiedlung stattfinden kann. Es werden Konflikte mit den Einwohnern der Gebiete befürchtet, in die die Vertriebenen umgesiedelt werden sollen. Zwar verspricht der Staat, dass er für „Anbetungsplätze“ sorgen will, lässt aber offen, für welche religiösen Gruppierungen. Die Befürchtung ist, dass die jeweiligen Mehrheiten berücksichtig werden und Tempel und Moscheen gebaut werden, aber keine Kirchen. Viele werden keine Landwirtschaft mehr betreiben können. In der Diskussion wird deutlich, dass die Kirche Handwerkerausbildung betreiben muss. In diesem Zusammenhang wurde dringend gebeten, die Nähschule wieder zu eröffnen. Sie sei durchaus effektiv gewesen. Erst in den letzten Jahren hätte Paul Raj sie vernachlässigt. Es waren keine guten Lehrerinnen da und die Frauen wurden oft zu anderen Arbeiten herangezogen. Eckard Krause verspricht unter Zustimmung der anderen deutschen Teilnehmer, sich für die Wiedereröffnung der Schule einzusetzen. Allerdings müsste dann das schon zuvor angestrebte Programm, nämlich diese Schule gleichzeitig als Produktionsstätte für die Kleidung der Hostelkinder zu nutzen, greifen. Dadurch würde ein Einkommen erzielt und die Schule würde sich zum Teil selber finanzieren. Die Kirchenleitung der GSELC verspricht, dafür die Verantwortung zu übernehmen. KinderheimeEin wichtiger Gesprächsgang drehte sich um die Kinderheime. Serapaka und Kukunuru werden wieder integriert. Dafür müssen nun auch die Mittel aufgebracht werden. Wir weisen darauf hin, dass eine eventuelle Erhöhung des Haushaltes nur denkbar ist, wenn ein deutliches Bild über die Situation der Kirche vorliegt. Da aber der Bericht über die Evaluierung noch nicht fertig ist, kann keine endgültige Entscheidung getroffen werden. Vor allem die English Medium Schule in der viele der Pastorenkinder unterrichtet werden, wird thematisiert. Dr. Suneel Bhanu wird um eine Stellungnahme gebeten. Er bestätigt, dass er mit der Hostel- Arbeit überaus zufrieden sei und dass es notwendig sei, auch die SchülerInnen der English Medium Schulen zu fördern. Vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien in Deutschland wird dies zugesagt und alle Anwesenden sind sehr erleichtert. Rev.Philip ist damit beauftragt, in Kürze einen Bericht über den Stand in den einzelnen Kinderheimen zu schicken. Dieser wird dann im FMD veröffentlicht. Außerdem ist inzwischen klar, wann und wo Rev.Jayapaul von der SHALOM-Foundation die Heimleiter (wardens) der Kinderheime schulen wird. Ende August wird dieser alle Kinderheime besuchen und im September im Yelligiri-Centre seiner Organisation das Hostel-Personal schulen. Jedes Hostel hat ein Kommitee, dem der Ortspastor, Gemeindeglieder und der Schatzmeister angehören. Alle Entscheidungen, die das Hostel betreffen (z.B. bauliche Veränderungen, Aufnahme von Schülern, Anstellungen und Entlassungen) werden ausschließlich in diesem Gremium gefällt. FinanzenWeiter werden Fragen des Geldtransfers und der Kontrolle und Berichterstattung erörtert. Um nicht monatlich mit zwei Personen nach Chennai reisen zu müssen, wird in Khammam ein Konto eigerichtet zudem der Kassenführer und Präsident durch gemeinsame Unterschrift Zugang haben. Transfer von Geld auf dieses Konto erfolgt immer erst nach Vorlage der Berichte und Abrechnungen. Die Geschwister aus der GSELC tragen sehr eindringliche Bitten bezüglich der Pastorengehälter vor. Zur Zeit bekommen die Pastorenfamilien über die UELCI auf Antrag monatlich 1.500 Rs. (ca.28 €) als humanitäre Hilfe. Waren es zunächst nur 50 Familien, sind es jetzt 80, da immer mehr auf die Seite der Amos-Gruppe gewechselt sind. Hinzu kommt, dass eine Familie mindestens 2.500 Rs. benötigt um überhaupt zu überleben. Also bittet die GSELC dringend darum, die Hilfe aufzustocken. Die deutschen Teilnehmer der Konsultation überlegen zunächst untereinander, wie das umsetzbar ist und holen wieder den Rat der UELCI ein. Abhängig vom Ausgang der Evaluation durch Dr.Suneel Bhanu sagen sie zu, dass sie sich um eine Erhöhung der humanitären Hilfe kümmern werden. ZeitplanEs wird über eine Road Map diskutiert, einen Zeitplan für das weitere Vorgehen. Schnell muss geklärt werden, welche legalen Schritte gegangen werden können und ob ein Synode mit Wahlen im Januar 2007 abgehalten werden kann. Bis dahin sollen die Wahlen der Kirchenvorsteher in den einzelnen Gemeinden abgeschlossen sein, sodass die Wahlberechtigen für die Synode feststehen. Nach Beendigung der offiziellen Konsultation führe ich noch weitere Gespräche mit den Geschwistern, wo es um persönliche und seelsorgerliche Fragen geht und um einige wichtige Details. So sprechen wir über Möglichkeiten, das Einkommen der Gemeinden zu erhöhen. Dies ist sehr schwer für die GSELC, da fast alle Gemeindeglieder extrem arm sind und im Moment viele Grundstücke und Gebäude wegen der rechtlichen Lage nicht zugänglich sind. Auch geht es um die Mission. Wie schon berichtet ist die GSELC sehr vital was die Verkündigung des Evangeliums angeht. Dies soll unbedingt weitergehen und gefördert werden. Das ELM und der FMD werden gebeten, ein Projekt für Fahrräder, Lautsprecher und Musikinstrumente zu beginnen so dass die Evangelisten eine gute Ausrüstung bekommen. Allerdings will man jetzt noch keine bereits bestehenden Gemeinden (z.B. im Süden) aufnehmen, sondern zunächst die Konsolidierung der bestehenden Kirche voranbringen. Auch geht es um die medizinische Versorgung in Notfällen. Dafür stehen keine finanziellen Mittel zu Verfügung. Oft aber werden Krankenhaus- und Arztkostenrechnungen sehr hoch. Die GSELC möchte dafür eine eigene Haushaltsstelle einrichten und bittet um Unterstützung. Insgesamt war die Konsultation in Chennai wichtig für die Weiterarbeit. Die Geschwister von der GSELC brauchen gerade jetzt ständige Begleitung der Partner. So sind wir sehr froh, dass durch die UELCI und nun auch durch Rev.Jayapaul solche Begleitung in Indien geschieht. Allerdings bedarf es auch einer intensiven Partnerschaftspflege mit den deutschen Partnern. So freuen sich die Geschwister über die Begegnung mit der Reisegruppe über Weihnachten und Silvester und und bitten H.Brünjes und mich als Beobachter an der Synode im Januar teilzunehmen. Rev.Amos hat inzwischen seinen neuen Pass bekommen und so werden wir wohl für 2007 eine Begegnung in Deutschland planen. Landessuperintendent Kolmar brachte die Eindrücke der Konsultation auf den Punkt als er sagte: „Nun lasst uns aufhören, von einer Krise zu reden!“ Eckard H.Krause Infos April 2006: Eine außergewöhnliche PfarrkonferenzMit zwei Bussen reisten 77 Pastoren, Evangelisten und Bibelfrauen aus dem 650 km entfernten Kirchengebiet rund um Bhadrachalam nach Bangalore, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka an. Die Reise dauerte mehr als 24 Stunden.Aus Sicherheitsgründen konnten Hermann Brünjes und ich nicht in das Kirchengebiet in Andhra Pradesh fahren. Paul Raj hatte mehrere Mitarbeiter des ELM (Ev.-luth. Mission in Hermannsburg) und uns Mitarbeiter vom FMD mit fadenscheinigen Gründen beim Innenministerium in Delhi angezeigt, um die Konferenz zu verhindern. Weil wir kein unnötiges Risiko eingehen wollten, hatten wir auf Anraten des Generalsekretärs der Ev.-luth. Kirchen in Indien (UELCI) Chandran Paul Martin, den Tagungsort in Bangalore gewählt.Am 30. März warteten Hermann Brünjes und ich und die Mitarbeiter der UELCI, Chandran Paul Martin, Dr. Augustine und Dr. Suniil Bhanu vor dem Konferenzgebäude auf die Ankunft der Konferenzteilnehmer aus der GSELC. Gegen 10.30 Uhr kamen sie übermüdet aber fröhlich an. Nach einer überaus herzlichen Begrüßung begannen wir unsere Konferenz. Am ersten Tag leiteten die Mitarbeiter der UELCI die Tagung, am zweiten Tag wir, vom FMD. Während wir am 1. Konferenztag ausführlich über die biblische Gestalt von Kirche arbeiteten und dabei die konkrete Situation der GSELC analysierten, haben wir am zweiten Tag über den Auftrag der Kirche gesprochen. Dabei war beeindruckend, wie die Konferenzteilnehmen nach einem biblischen Referat von mir unter Leitung von Hermann Brünjes Arbeitsgruppen bildeten und selbständig weiterarbeiteten und dann aus den Gruppen in Plenum berichteten. Was für uns selbstverständlich klingt, war für die Mitarbeiter der GSELC bislang keineswegs selbstverständlich. Über Jahrzehnte waren sie gewohnt, auf dem Fußboden sitzend schweigend ihrem Kirchenpräsidenten zuzuhören und nur auf seine Fragen zu antworten. Der leidvolle Konflikt in der GSELC hat die Mitarbeiter selbstbewusst uns selbständig gemacht. Ein partnerschaftlicher Umgang untereinander und mit den Gästen bestimmte das Miteinander. Dabei wurden Konflikte, die natürlich auch in der Mitarbeiterschaft sind, offen ausgesprochen. Es wurde ein Leitungsgremium gewählt, dass unter dem Vorsitz von Rev. Amos und begleitet von Rev. Philip und einem Mitarbeiter der UELCI als Berater bis zur Neuwahl einer Kirchenleitung die Verantwortung trägt. Dr. Suniil Bhanu von der UELCI arbeitet an einer Bestandsaufnahe dessen, was in der GSELC an Gemeinden, Mitgliedern, kirchlichem Leben und Eigentum vorhanden ist und bereitet die Wahlen vor, die spätestens im Januar 2007 abgeschlossen sein sollen. Einzelheiten des Wegs sollen auf einer erneuten Konsultation im Juli in Madras (Chennai) zusammen mit ELM/FMD, der UELCI und der Executive der GSELC besprochen und beschlossen werden.Erste gute Schritte aus der Krise sind gemacht. Während der gesamte Konferenz wurde viel gesungen und gebetet. Und so wurde die Tagung am späten Nachmittag des 31. März 2006 beendet. Mit herzlichen Umarmungen und hoffnussfroh haben wir voneinander abschied genommen. Eckard H. Krause
Infos Ende Februar 2006:Die Kirchenleitung der GSELC teilt mit, dass weitere 20 Mitarbeiter aus der Gruppe um Johnson zu ihnen gestoßen sind. Bei einem Treffen mit dem Leiter der UELCI, Chandran Paul Martin, haben diese schriftlich zugesagt, nicht wieder die Seiten zu wechseln. Sie berichten, dass Paul Raj sie zwar mit Gehalt versorgt hat, sich jedoch niemand um ihre geistliche Begleitung und Zurüstung kümmert. Deshalb sind sie zur Amos-Seite gewechselt in der Hoffnung, dies dort zu bekommen. So sind inzwischen über 80 der ca.100 Mitarbeiter auf der Seite der gewählten Kirchenleitung. Auch das Hostel Serapaka gehört zu diesen Gemeinden und wir nun wieder offiziell gefördert - wie alle anderen Kinderheime auch über die UELCI. Zeitgleich macht Paul Raj über "Strohmänner" durch neue Prozesse und Anzeigen den Verantwortlichen das Leben schwer. So versucht er zu verhindern, dass Rev.Amos einen neuen Pass bekommt und gegenseitige Besuche nicht zustande kommen. Dessen ungeachtet werden Eckard Krause und Hermann Brünjes Ende März wieder nach Indien reisen um zusammen mit allen Pastoren neue Absprachen zu treffen. Eine Begegnung mit Chandren Paul Martin in Deutschland war bereits Teil eines Prozesses zur Neuordnung der Kirche. Zum 1.Mai kann leider, wie ursprünglich geplant, aus Indien kein Besuch kommen. Da bis Ende Mai gründlich erkundet wird, wie es um die GSELC steht und erst dann Möglichkeiten für Perspektiven vorliegen, wurde der Besuch auf Anfang Juni verschoben - wissend, dass Rev.Amos zunächst sein Passproblem lösen muss. |
|
|
|