news GSELC 2012

24.09. - 10.10.2012 Besuch JohnKant und Saibaba

Das ELM Hermannsburg hat eine internationale Tagung für Bischöfe der Partnerkirchen ausgerichtet. Auch JohnKant, Präsident der GSELC war dazu eingeladen. Zur Übersetzung konnte der Generalsekretär Saibaba mitkommen. Im Anschluss nach der Tagung wurde die Lutherstadt Wittenberg besucht, gerade für Lutheraner aus Übersee immer ein Hightlight. Die beiden Gäste aus der GSELC waren dann im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg und begleiteten Superintendent von Holten ein paar Tage. Ein Aufenthalt in Ostfriesland, Gespräche mit der Leitung vom AK Weltmission, Besuche und einige touristische Ausflüge rundeten den Aufenthalt ab. 

Besuch vom ACTC

Das Andhra Christian College ist jene Ausbildungsstäte in Hyderabad, in der auch Studenten der GSELC zu Theologen ausgebildet werden. Am 7.9. besuchte Dr. Vasantharao, der Direktor dieses Colleges Deutschland, darunter auch das MZ und Freunde im FMD. 

18.07.2012 - Feuerhilfe

Der Sozialarbeiter Krishna und einige Pastoren haben in Rajamundhri den Einkauf getätigt und dann die Feuerhilfe nach Gunduvarigudem transportiert. Töpfe, Reis, Kleidung – die Soforthilfe ist sehr nötig und wir sind die ersten, die Hilfe leisten. Für Kinderkleidung bekommen die 101 Familien je 500 Rs.in bar. Verwandte haben manchen geholfen, ein Haus zu bauen, viele Familien leben aber in flachen Hütten und in quadratischen Holzgerüsten, die mit Plastikplanen bedeckt sind. Das Feuer hat am Tage in kurzer Zeit das Dorf zerstört und dabei sogar ca. 150 Meter Grünland überbrückt. Dank Spendern in Deutschland konnten für 5.500 € Hilfe geleistet werden.

Juli 2012 - Umgestaltung TfT-Projekt

Im Juli haben die Verantwortlichen im FMD die Partner in Indien besucht. Anlass war die Umgestaltung von „Teachers for Tribals“ (TfT). Bisher ist dieses Projekt direkt über die Kirchenleitung abgewickelt worden.
Die wenigen leitenden Mitarbeiter sind damit überfordert. Nun werden sie entlastet. Der AK Weltmission im FMD hat umgesetzt, was er schon lange plant: Die Bildungsprojekte laufen zwar weiterhin „in“, aber nicht mehr „unter“ der Kirche.
TfT mit seinen neun Kinderheimen, diversen Studenten, die durch Stipendien gefördert werden und den momentan 21 Study-Groups (Hausaufgabenhilfen) in kleinen Dörfern wird in Zukunft von einem dreiköpfigen Team unter der Leitung von Direktor Sivakumari geleitet. Unter der Supervision der ehemaligen Präsidentin Esther Rani wird der TfT-Direktor die aus Deutschland kommenden Gelder empfangen und gemäß den mit uns getroffenen Vereinbarungen einsetzen. Die Kirchenleitung hat am 20.7.2012 nach ausführlichen Verhandlungen einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Wir erwarten durch die Anstellung des Leitungsteams und durch die neue Struktur eine deutliche Qualitätssteigerung der Arbeit in den Bereichen Auswahl, Betreuung und Förderung der Kinder, Elternarbeit, Nutzung außerkirchlicher Reccourcen, Freizeitgestaltung und Kreativprogramm in den Heimen, geistliche Begleitung durch Ortspastoren, Rechnungswesen und Informationsfluss.
Hans Mittmann hatte all diese Veränderungen hervorragend vorbereitet. Leider ist er in Indien schwer erkrankt und verbrachte fast zwei Wochen in Hyderabad im Krankenhaus. Wir sind froh, dass er es inzwischen überstanden hat und danken Gott für alle Fügungen zu seinem Wohl.

Ein Erstbesuch aller Heime zusammen mit dem neuen Team, die Eröffnung eines Kirchengebäudes und die Übergabe einer Soforthilfe wegen der Feuerkatastrophe gehörten mit zum Besuchsprogramm. In Gunduvarigudem waren wir geschockt, was 101 Familien dort erleben mussten. Ihr gesamtes Dorf ging in Flammen auf, als die Funken eines Kochfeuers durch starken Wind durchs Dorf getragen wurden. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden, aber das ganze Dorf wurde vernichtet. Nun leben die Leute in primitiven Hütten, die sie aus Planen, Abfall und Blättern errichtet haben. Durch die Hilfe der GSELC konnten sie wenigstens das Notwendigste an Hausrat, Kleidung und Nahrung entgegen nehmen - und wir ihren ausgesprochen herzlichen Dank, den wir gerne an Sie, die Sie für die Feuerhilfe gespendet haben, und auch an das ELM Hermannsburg weitergeben.
Erstmals seit der Kirchenspaltung 2004 kam es zu einer kurzen Begegnung mit K. Abraham, der die Nachfolge von Paul Raj angetreten hat. Ob dieser erste Kontakt zu einer Annäherung der Gruppen führen wird, bleibt abzuwarten. Es sind riesige unterschiedliche Sichtweisen und Hindernisse zu überwinden.

Wir bitten Sie um Gebet für alle diese Anliegen und danken herzlich, dass Sie sich auch mit Ihren Spenden weiterhin für die Partner in Indien einsetzen. 

11. und 12.04.2012 - Besuch von Shalom

Im Rahmen eines Deutschlandsbesuches, eingeladen von e/motion Essen, wren Jayapaul und eine Delegation der Shalom-Foundation auch in Hanstedt. Sie konnten der Hausgemeinde begegnen und mit den Hauptamtlichen sprechen - und natürlich auch etwas Tourismus im Norden genießen.

04.2012 - Dörfer abgebrannt

Am 9. April bat uns die Kirchenleitung der GSELC dringend um Hilfe. In zwei Dörfern hat es gebrannt. 57 Häuser sind vernichtet worden und 63 Familien haben alles verloren. Die Familien sind Adivasis (Stammesangehörige) oder Dalits (Unberührbare) und so arm, dass sie keinerlei Rücklagen haben. Viele der Familien sind Christen, die Kirche will jedoch allen helfen und so ein Zeichen der Liebe Gottes setzen. Der FMD hat zunächst 3.000 € überwiesen, damit die Familien wenigstens Kleidung und Hausrat bekommen. Weitere Hilfen können vom FMD nur geleistet werden, wenn sich Spender finden, die mithelfen. Sollten mehr Spenden eingehen als am Ende erforderlich sind, wird das Geld für weitere Notfälle eingesetzt. Hier finden Sie einige Fotos und Zeitungsartikel.  

10. - 13.01.2012 - Jugendleiter-Training

Die Jugend-Mitarbeiterschulung wurde in Serapaka durchgeführt. Registriert waren 280 junge Delegierte aus den Gemeinden. Am Abend, zum Kulturprogramm kamen noch ca. 100 Jugendliche hinzu, um Tanz, Musik und Theater zu genießen - eine Stimmung mindestens wie im Pfingstcamp! Thematisch ging es um "missionarische Jugendarbeit" und "Verantwortung für die Natur". Gastredner waren Hermann Brünjes, Dr. David Raju (ehemals ACTC), ein Baptistenpfarrer und der Polizeichef von Burgampadu. Wieder war es höchst spannend, die Jugendlichen im Gruppengespräch und bei höchster Konzentration während der zum Teil langen Referate zu erleben. Da konnte eine Veranstaltung schon mal über drei Stunden gehen ohne dass es bei den Teilnehmenden zu nennenswerten Ermüdungserscheinungen kam. Hier ein Auszug aus dem Sachbericht von Hermann Brünjes: "M.E. ist die Jugendarbeit nach wie vor ein Motor zu geistlichem Leben und Aufbruch in den Gemeinden. Sie ist nicht nur Zukunft, sondern vor allem auch Gegenwart der GSELC. Es gibt in mehreren Gemeinden ganz offizielle Jugendarbeit bzw. – gruppen. Die Treffen im Januar sind zur festen, sehr beliebten Institution geworden und vermitteln Identität mit Kirche und Evangelium. Etwa 1⁄2 der diesjährigen Delegierten waren auch 2011 in Kukunuru dabei. Einige Delegierten haben gleich noch einige Jugendliche mehr mitgebracht. Das wirkt sich vor allem beim „Kulturprogramm“ am Abend positiv auf die enorm mitreißende Stimmung aus.

Eins ist klar: Die Stammeskultur wird in die Moderne integriert. Was sich schon viele Jahre abgezeichnet hat, ist m.E. nun vollzogen. Früher habe ich beklagt, dass die Moderne (vor allem durch Verstärkeranlagen) die Stammeskultur verdrängt und vernichtet. Heute würde ich sagen, sie wird in die Moderne integriert – wie alles und immer in Indien. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Man könnte in Anlehnung an „Bethoven meets Pop“ sagen: „Tribal-Culture meets IndiePop.“ Die Tänze sind teilweise samt der Schritte geblieben. Nur werden sie eben lauter, schneller, poppiger und auch vielfältiger umgesetzt. Andersherum finden sich auch in Tribaltänzen Elemente des indischen Tempeltanzes wieder. Es wird kombiniert, nicht mehr konfrontiert wie noch vor zehn Jahren.  

12.01.2012 - Study-groups gegründet

Ein Ergebnis der Jugendarbeit erweist sich als überaus zukunftsweisend: Die "TfT Study-Groups" in den Dörfern. Waren es im letzten Jahr noch 10 Gruppen, so sind es nach dieser Jugendveranstaltung insgesamt 21. Somit kommen in vielen Dörfern über 300 Kinder zusammen und werden von ehrenamtlichen Jugendlichen bei den Hausaufgaben unterstützt. Tendenz: Steigend. Sicher wird manche der Gruppen auch mal schlecht oder garnicht laufen - so ist das bei ehrenamtlicher Arbeit ja auch bei uns - aber die Jugendlichen sind als Laien-Lehrer mit großer Freude und Begeisterung dabei. Erste Früchte kann man nach einem Jahr des Projektes schon sehen. In den Dörfern, wo die Gruppen laufen, wird auch der Kontakt zwischen Kirchengemeinde und Dorfbewohnern intensiviert. Die Study-groups sind ein tolles Zeichen dafür, dass Christus und Christen sich um die Menschen kümmern. Die Kirchenleitung hat deshalb einen Lehrer und einen Assistenten angestellt, damit die Ehrenamtlichen möglichst intensiv begleitet und immer wieder motiviert werden. Finanziert wird das Projekt über Spenden (um die wir Sie herzlich bitten) und auch durch freiwillige Beiträge in den Dörfern, z.B. Bonbons für die Kinder. Hermann Brünjes hat viele dieser "Study-Groups" besucht und die Mitarbeiter motiviert. Er ist davon begeistert, wie sich die jungen Leute für die Kinder und die Verbreitung des Evangeliums einsetzen.  

16.-18.01.2012: Synode der GSELC

Weiterer Höhepunkt im Januar war die Synode (Convention) in Vinnayakapuram. Aus allen Gemeinden waren Delegierte gekommen und auch die Hauptamtlichen waren dabei. Der im letzten Jahr gewählte President Pastor John Kant, der Generalsekretär Saibabu, die Jugendpastorin Hannah, der TfT-Direktor Dr. David Raju und die Delegierten aus den Gemeinden legten Berichte aus den Arbeitsfeldern vor. Großartig, wie alles gelaufen ist! So wurden 120 Menschen getauft und die Einnahmen aus Kollekten enorm gesteigert. Ziel ist es, in 9 Jahren die Gehälter der Mitarbeitenden aus Kollekten und Abgaben der Gemeinden zu finanzieren so dass man auf Gemeindeebene nicht mehr auf Zuschüsse von außerhalb angewiesen ist. Für das Bildungsprojekt "Teachers for Tribals" wird das in absehbarer Zeit leider garnicht möglich werden, denn die Gemeindeglieder sind in der Regel ärmste Kulis und die Einnahmen der Kirche entsprechend gering. Also bleiben die Partner im gesamten Bereiich diakonischer Hilfe auf unsere Unterstützung angewiesen. Sie danken ausdrücklich den Freunden im FMD und bitten herzlich um Gebet und weitere Hilfe.

Besonders eindrücklich waren die Berichte der Delegierten aus den Gemeinden. Welch Freude, zu erleben, wie KirchenvorsteherInnen und Ehrenamtliche Verantwortung in den Gemeinden übernehmen! Es wurden in 5 Gemeinden Kirchengebäude eingeweiht und weitere 5 sind mit dem Bau von Steinkiurchen angefangen. Fast die gesamten Kosten haben die Gemeinden selbst aufgebracht und sich mit ihrer Arbeitskraft voll eingebracht. Gerne wollen wir jenen Gemeinden, die sich derart einsetzen, einen Zuschuss zur Fertigstellung ihrer Kirche geben - da sind wir aber auf Sie und Ihre Spenden angewiesen. Wir sind uns einig: Diese Welle von Kirchbauten zeigt ein neues "Wir-Gefühl" der Gemeinden und ist Ausdruck neuer geistlicher Bewegung.

Sehr positiv war auch der kurze Auftritt des Leiters der Vereinigten Ev. Luth. Kirchen Indiens (UELCI), Dr. Augustine aus Chennai während der Convention . Er wurde überaus herzlich willkommen geheißen und versprach der GSELC, sich dafür einzusetzen, dass im nächsten Jahr die Bischofskonferenz aller Lutherischen Kirchen in der GSELC sein soll. Welch eine Ehre für unsere kleine und junge Partnerkirche!

Und noch ein kleines "Wunder": Es scheint, dass sich zumindest einige der abgespaltenen Gruppen wieder auf die GSELC zu bewegen. So sind bereits auf Gemeindeebene diverse Formen der Zusammenarbeit gelaufen (z.B. Weihnachten und jetzt auch bei einer Taufe von 27 Gemeindegliedern). Nun haben auch Gespräche über eine mögliche Vereinigung begonnen. Wie genau sich dies entwickelt, ist im Moment noch offen. Klar ist nur, dass zumindest bei einigen Gemeinden und Pastoren alles in Richtung "Versöhnung" geht. Der neue Präsident hat dazu maßgeblich beigetragen, denn er baut Brücken. Allerdings konnte dies bis jetzt leider noch nicht zu jenen geschehen, die sich auf die Seite der ehemaligen Gruppe um Paul Raj halten und von K.Abraham in Bhadrachalam ihr Geld erhalten.
Fazit: Das Jahr 2012 beginnt mit vielen positiven Nachrichten. Wenn auch immer wieder schmerzliche Rückschläge zu verzeichnen sind, z.B. ehemals treue und wichtige Pastoren oder auch Gemeinden in eine Krise geraten, so zeichnet sich doch eine ganz und gar positive Entwicklung ab. Auch das Projekt "Teachers for Tribals" gewinnt immer mehr an Qualität und Profil. Der Direktor von TfT, Dr. David Raju hat gute Arbeit geleistet. Er wird seine Aufgaben ab Juni an den Lehrer Srinuvas und einen jungen Assistenten abgeben und sich stattdessen um die theologische Fortbildung der Pastoren in der GSELC kümmern. Auch dies ist eine ganz positive Entwicklung.
Damit wir in zuverlässiger und guter Weise weiter helfen können, bitten wir Sie um Ihre Gebete und Opfer. Ohne Ihre Unterstützung kann vieles in Indien nicht laufen.